Junioren lösen Ticket für EuroCup in der Schweiz

13. 12. 2021

Vizemeister nach aufopferungsvollen Spielen

 

Am Wochenende des 3. Advent steht traditionell die deutsche Meisterschaft im Inline-Skaterhockey der Altersklasse Junioren auf dem Plan der Bissendorfer Panther. Obwohl die Juniorenmannschaft coronabedingt sowie aufgrund von Auslandsaufenthalten zweier Spieler und der Sperrung der Wedemarkhalle nicht am regulären Spielbetrieb teilnehmenkonnte, stand eine Teilnahme an der deutschen Meisterschaftnie in Frage. So reiste die Mannschaft um Kapitän Jean-Lennert Reckert mit lediglich 2 vollständigen Reihen verstärkt durch weitere hochspielende Jugendspieler mit dem Ziel nach Kaarst, den Pott in die Wedemark zu holen. Ein ehrgeizigesZiel, wenn man bedenkt, dass das letzte Juniorenspiel gut 2 Jahre zurückliegt, nämlich bei der deutschen Meisterschaft 2019. Zwar spielen 7 von den Jungs und unser Goalie Maja Dyck schon seit der Schülermannschaft zusammen, doch gemeinsames Training gab es im letzten Jahr nicht. 

Insgesamt 8 Mannschaften kämpften um den Titel. Die Bissendorfer Panther waren mit IHC Atting, Unitas Berlin und den Crash Eagles Kaarst in einer Vorrundengruppe, in welcher am Samstag die Qualifikation fürs Halbfinale ausgespielt werden sollte. Topmotiviert faszinierten die Panther bereits im ersten Spiel gegen den bayerischen Meister IHC Atting durch ihr Kombinationsspiel und bewiesen, dass sie ihr gutes Zusammenspiel nicht verlernt haben. Nach nur 3 Minuten gingen die Panther durch ein Tor von J.-L. Reckert nach Vorlage von Erik Schöler in Führung und gaben diese auch nicht mehr aus der Hand. Nach 2x15 Minuten konnten die Panther den ersten Sieg mit 7:2 verbuchen. Dieser Sieg gab den Panthern, die in dieser Zusammenstellung unter Beteiligung der Jugendspieler noch nie zuvor gespielt hatten, die nötige Sicherheit, auf ihre Fähigkeiten zu vertrauen. Im zweiten Gruppenspiel gegen die Crash Eagles gingen die Panther durch ein schnelles Schlagschusstor (30sec) von Erik Schöler in Führung, mussten dann aber kurze Zeit später den Ausgleich und ein weiteres Tor kassieren. Sie gaben jedoch nicht auf und glichen im weiteren Verlauf den zweimaligenRückstand bis zum Ende aus. Das Spiel endete hart umkämpft unentschieden mit 4:4. Auch im letzten Gruppenspiel gegen die Unitas Berlin blieben die Panther ungeschlagen. Bei dem Sieg von 11:1 konnten auch die Jugendspieler, die bisher keinerlei Erfahrung in dieser für sie nächst höherenAltersklasse sammeln konnten, eingesetzt werden und unter Beweis stellen, dass es eine richtige Entscheidung der Trainer Patrick Faupel, Leon Rien und Eric Walbröl war, sie mit zur deutschen Meisterschaft zu nehmen. Die Mannschaft bewies, dass sie trotz des kleinen Kaders in allen Reihenzusammenstellungen schlagkräftig und gefährlich warund alle ihren Anteil zum Erfolg beitrugen. Am Ende des Tages war der Einzug ins Halbfinale als Gruppenerster gesichert.

Am Sonntag traf man dann im Halbfinale auf den baden-württembergischen Meister, die Dragons Heilbronn. Es galt die Dragons nicht zu unterschätzen, da diese in ihrer Vorgruppe eine starke Leistung bewiesen hatten. Wie gewohnt gingen die Panther mit vollem Einsatz ins Spiel. Auch hier konnten sie schnell den Ball im Tor der Dragons versenken, mussten allerdings im weiteren Verlauf den Ausgleich einstecken. Die Panther erhöhten den Druck auf das Tor der Dragons, was zeitweise unter Dauerbeschuss stand. So konnten sie innerhalb kürzester Zeit nicht nur in Führung gehen, sondern diese stetig ausbauen. Besonders schön anzusehen war, dass die Spielstärke aller, aber vor allem der jüngeren Spieler, von Minute zu Minute zunahm. Sie waren in der neuen Altersklasse angekommen und bauten ihr Können von Einsatz zu Einsatz weiter aus. Schlussendlich konnten die Panther das Halbfinale mit 7:1 klar für sich entscheiden. 

Im Finale standen sie erneut den Crash Eagles Kaarst gegenüber, die sich in ihrem Halbfinale gegen die Crefeld Bears in einem spannenden Spiel durchgesetzt hatten. Das Finale sollte zu einem wahren Krimi werden. Gespielt wurde 3 x 15 Minuten, was sich als sehr kräftezerrend herausstellen sollte. Erneut konnten die Panther durch ein frühes Tor, diesmal durch Maarten Riemer, in Führung gehen. Den Spielern war anzusehen, dass sie den Sieg unbedingt erreichen wollten. So kam die Unterstützung nicht nur von denmitgereisten Fans, sondern die Spieler selbst feuerten sich bei jedem Wechsel an. Kurz vor der Pause glich Kaarst auf 1:1 aus. Nach der Pause konnten die Kaarster eine vorübergehende Unaufmerksamkeit gleich zweimal nutzen und das Spiel zu ihren Gunsten auf 1:3 drehen. Die Panther gaben nicht auf, machten weiter Druck und konnten durch zwei weitere Tore von Luc Conseil und Lasse Michaelsen bis zur nächsten Pause noch den Ausgleich erreichen. Schließlich konnten die Panther im letzten Drittel erneut ein Tor erzielen, diesen Vorsprung trotz zahlreicher weiterer Chancen zwar leider nicht ausbauen, aber doch fast bis zum Ende halten. Eineinhalb Minuten vor Schluss erzielte Kaarst dann doch noch den Ausgleich, so dass es in die Verlängerung ging. Dort mobilisierten die Panther die letzten Kräfte und machten weiter Druck nach vorn. Durch das schnelle Spiel und die schwindende Kraft konnten die Kaarster die Verteidigungslinie der Panther durchbrechen, in Führung gehen und diese ausbauen. Selbst jetzt, bei einem 2 Tore-Rückstand, gaben die Panther nicht auf und machten weiter Druck. Schließlich trat der gewünschte Erfolg jedoch nicht ein und die Panther unterlagen trotz beispiellosem Einsatz. 

Auch wenn die Mannschaft anfangs enttäuscht war, so ist der 2. Platz ein Riesenerfolg. Zudem wurde Jean-Lennert Reckert als bester Feldspieler geehrt.

Das Turnier hat richtig Spass gemacht. Man merkte der Mannschaft über das Turnier nie an, dass sie keine gemeinsame Spielpraxis und über nur wenig gemeinsames Training verfügten. Mit dem kleinen Kader hielten sie die ganze Zeit und vor allem in dem langen Finale mit allen Mannschaften Schritt. Die Mannschaft richtet den Blick nun auf den EuroCup im nächsten Jahr in der Schweiz. Wir danken den Crash Eagles Kaarst auch auf diesem Weg für die Ausrichtung dieser Meisterschaft - unter den erschwerten Coronaauflagen sicher nicht ganz einfach - und gratulieren nochmals zum Titelgewinn.

 

Für die Panther spielten: Jean-Lennert Reckert (C), Erik Schöler (A), Maja Dyck (Goalie), Philipp Baranyai (Goalie), Luc Conseil, Joshua Döring, Lasse Michaelsen, Maarten Riemer, Max Siebert, Felix Busch, David Fetvadjev, Paul Puschmann und Till Schulze.

 

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